15.07.2017

Kardinal Meisners letzter Gruß: Himmliche Grenze erreicht.

Liebe Katholiken da unten,
trauert nicht ewig um mich, nehmet hin, was kommen wird – am Ende sind wir alle gleich, sogar als Leich. Durfte lange und glücklich im Schoße meiner Kirche ruhen, ein himmliches Leben auf Erden führen, mit Demut beugte ich mein Haupt zum angestammten Kreuze
.
(Christus verblutet heute noch in Kirchenhallen, an Wänden ewiger Folterstätten).

Plötzlich, aus heiterem Himmel heraus, wurde ich zum Kardinal, zum Kirchenfürsten, zum Auserwählten göttlicher Bestimmung berufen, lustwandelte seelig in gefüllten Bechern des Seins.
(Waren wohl eher beschützende Hände aus Rom, inkl. monatliche Gehaltsüberweisung, steuerbefreit, göttliche Krankenversicherung, zuzüglich Haushälterin, Fuhrpark und sonstige Privilegien).

Danke dafür. Nun hüpfte ich zwangsgeräumt davon, ein Totenhemd am Leibe; vergessen ist die Weltlichkeit, gesündigt wird auf Erden nur. Aus und vorbei mit Völlerei – leider bis in Ewigkeit. Nennt Ihr dies Gerechtigkeit, ihr Sünder?
(Eine durchaus berechtigte Frage; ich würde klagen.)

Mit herzlichem Dank an die Gemeinde gutgläubiger Kirchensteuerzahler –
Euer Joachim

PS:
Hier oben ist es gar nicht lustig, vergesst die Mär frohlockender Harfen. Das Paradies ist überbevölkert, an den Grenzen warten verarmte Seelen auf Einlass, aufgebahrt auf Paletten, vergessen bis in alle Ewigkeit. Schlepperbanden, Spekulanten, Beamtenbanden – will wieder zurück!

(Geht nicht, ist verboten...)

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